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Diözese

Aktuelles aus der Diözese

 

Zu einem Studientag über die „Sprachen Heiliger Schriften und ihre Auslegung“, besonders im Blick auf „Krieg und Gewalt – Recht und Frieden in Judentum, Christentum und Islam“ lud das Institut für Religion und Frieden im Rahmen der Reihe „Forum Ethik“ am 30. Mai 2012 in die Landesverteidigungsakademie in Wien. Kooperationspartner waren die Plattform Religion and Transformation in Contemporary European Society der Universität Wien und das Forum für Weltreligionen.

Ein Bericht von Christian Wagnsonner   
Mittwoch, 30. Mai 2012

Moussa al-Hassan Diaw vom Institut für Islamische Religionspädagogik der Universität Osnabrück sprach über „Konflikt, Gewalt und Frieden stiften in den Primärquellen des Islam“. Im Islam gilt Gewalt als Teil des irdischen Lebens, die Erde ist kein Paradies. Zur Eindämmung der Gewalt gibt es Regeln und Normen, auch für die Anwendung militärischer Gewalt. Die Bestimmungen des Korans in dieser Frage sind im historischen Kontext zu sehen und beziehen sich vielfach auf den Kampf der islamischen Umma (Gemeinde) gegen die mekkanischen Polytheisten. Krieg darf grundsätzlich nur zur Verteidigung geführt werden. Abu Bakr, der Nachfolger des Propheten, wies seine Kämpfer an, keine Kinder, alten Menschen und Frauen zu verletzen oder zu töten, keine Fruchtbäume zu fällen, sowie kein Vieh zu schlachten außer zum eigenen Lebensunterhalt. Wenn der Gegner sich ergibt, darf er nicht mehr bekämpft werden. Al-Dschihad bedeutet Bemühung, Anstrengung, Einsatz, besonders im Alltag, auch gegen die eigenen negativen Bestrebungen. Eine Form des Dschihad, der sog. kleine Dschihad, bezeichnet in der orthodoxen islamischen Tradition den bewaffneten Kampf zur Verteidigung der islamischen Umma. Den Begriff„heiliger Krieg“ gibt es im orthodoxen Islam nicht. Moderne „Dschihadisten“sind hoch ideologisierte sektenartige Gruppen, die davon ausgehen, dass die Regierung und ihre Institutionen bzw. der Großteil der eigenen Gesellschaft mit dem ursprünglichen Islam nicht übereinstimmen und deshalb bekämpft werden müssen.

Marianne Grohmann vom Institut für Alttestamentliche Wissenschaft und Biblische Archäologie der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien zeigte, wie die sog. Feindpsalmen mit ihren drastischen Bildern von Gewalt und Rache in jüdischen und christlichen Auslegungen interpretiert werden. Viele Texte im Buch der Psalmen sind voll von Gewalt. Zum Teil werden solche Stellen in der Liturgie ausgelassen, weil man der Ansicht ist, dass diese Bilder der Gewalt heute nicht mehr zeitgemäß oder verständlich sind und die Gefahr besteht, dass sprachliche Gewalt zur Legitimation realer Gewalt missbraucht wird. Die Bitten an Gott um Gewalt gegen ungenannte Feinde in Psalm 58 sind Hilfeschreie von Menschen, die in Bedrängnis sind. Die Bitte ist Ausdruck des Wunsches nach ausgleichender Gerechtigkeit. Die Rache geht nicht von Gott aus, und ob und wie die Gewalt auch reale Form annimmt, ist nicht bekannt. Ziel des Psalms ist die Gerechtigkeit, die nur Gott herstellen kann und die Menschen ermutigen soll, gerecht zu handeln. Es geht nicht um grenzenlose Rache, sondern um die Beendigung von Machtmissbrauch und Unrecht, die geltendes Recht missachtet. Am Beginn des Königspsalms Ps 144 steht Gott, der den Kampf lehrt und selbst in den Krieg zieht. Aber schon der 2. Vers zeigt, dass es sich bei den Betern um machtlose Menschen handelt, und in den nächsten beiden Versen werden jegliche menschliche Machtphantasien zurückgewiesen, er erinnert den Menschen an seine Vergänglichkeit und zeigt seine Grenzen auf. Gott wird dann an das Rettungsgeschehen am Sinai erinnert und an sein Handeln in der Natur. Wer die Feinde sind, die lügen und deren Handeln trügerisch ist, bleibt im Text unklar. Psalm 144 geht einen langen Weg vom Krieg zum Frieden, Ziel und Ende des Psalms ist Segen, Fruchtbarkeit bei Pflanzen, Tieren und Menschen. Drei Lesestrategien können grundsätzlich helfen, einen Zugang zu schwierigen biblischen Texten zu bekommen: erstens den ganzen Text ohne Auslassungen zu lesen, zweitens eine historische Einordnung der Texte zu versuchen und sich des geschichtlichen Abstands bewusst zu sein, drittens mithilfe der biblischen Bilder eigene Erfahrungen von Gewalt und Ungerechtigkeit zur Sprache zu bringen. Die elementare Sprache der Psalmen ermöglicht es, Rachegefühle zum Ausdruck zu bringen und sich schrittweise von ihnen zu verabschieden. Rache bzw. Bestrafung geht nicht von Gott aus, sondern erscheint in der Gebetssprache als menschliche Phantasie. Der Gott Israels ist nicht ein Gott der Mächtigen, sondern er leidet mit jenen, die Ungerechtigkeit und Gewalt erleben.

Das ambivalente Verhältnis von Recht und Gewalt im Alten Testament beleuchtete Ludger Schwienhorst-Schönberger vom Institut für Alttestamentliche Bibelwissenschaft der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Einerseits ist das Recht dazu da, die Gewalt einzugrenzen, andererseits bedarf das Recht der Gewalt, um seiner Aufgabe der Gewaltbegrenzung nachkommen zu können. Im Alten Testament wird auf einer ersten Ebene die Eingrenzung der Gewalt durch das Recht mithilfe rechtmäßiger Gewalt als sittlich erlaubt und geboten angesehen. Allerdings wird durch dieses Modell Gewalt nicht überwunden, bleibt eine mehr oder weniger verborgene Realität, die immer wieder hervorbricht. Es löst das Problem nur vorläufig, ist gleichsam eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Gesellschaften neigen oft dazu, die dafür notwendige (latente) Gewalt zu verschleiern. Ein zweites biblisches Modell versucht die Gewalt bloßzustellen und zu überwinden, indem ein Gerechter, der in der Wahrheit Gottes lebt, Opfer unrechtmäßiger Gewalt wird und sie gewaltlos erleidet. In besonderer Weise kommt dieses Modell im Buch Jesaja in den vier Liedern vom Gottesknecht zum Ausdruck. Durch den Tod des Gerechten wird der Gesellschaft einen Spiegel vorgehalten, sie wird mit ihrer gewalttätigen Gottlosigkeit konfrontiert. Auch dieses Modell kann keine letzte Antwort sein, weil es die Gewalt begrenzenden ethischen Maßstäbe außer Kraft setzt und damit unrechtmäßiger Gewalt Tür und Tor öffnen könnte. Erst die endgültige Wiederherstellung des Rechts als ein von Gott in Gang gesetztes Geschehen vermag Unrecht und Gewalt auf Dauer überwinden – ein Geschehen, das allerdings mit Metaphern der Gewalt zum Ausdruck gebracht werden kann.

Militärbischof Werner lädt ein zur Feier des 45. Weltfriedenstages

Wie in jedem Jahr, so stellte Papst Benedikt XVI. auch für 2012 ein wichtiges Thema der Friedensproblematik in den Mittelpunkt seiner Botschaft. Gleichzeitig ist der Weltfriedenstag für die Katholische Militärseelsorge die Gelegenheit, mit dem Anliegen des Friedens ihre Arbeit unter den Soldaten in die Öffentlichkeit zu tragen. So hatte aus Anlass des Weltfriedenstages 2012, mit dem Motto „Die jungen Menschen zur Gerechtigkeit und zum Frieden zu erziehen“ auch dieses Jahr wieder der Militärbischof für Österreich, Mag. Christian Werner, am 24. Mai 2012 in die schöne Wiener Karlskirche eingeladen, um für den Frieden zu beten.

Die Initiative für den Frieden in der Welt zwischen den Völkern und unter den Menschen zu beten, geht zurück auf das Pontifikat des Hl. Vaters Papst Paul VI. und seit 1968 lädt die Weltkirche zu Beginn eines jeden neuen Jahres die Gläubigen und alle Menschen guten Willens ein, das Anliegen einer friedlichen und gerechten Welt in den Mittelpunkt zu stellen. Auch heuer waren zum alljährlichen Festgottesdienst, in gewohnter Weise im Mai, eine großen Schar von rund 400 Angehörigen des Österreichischen Bundesheeres, Soldaten und Zivilisten sowie zahlreichen Gläubigen aus Wien gekommen.

Mit diesem Festgottesdienst hat die Katholische Militärseelsorge nicht nur zum Gebet für den Frieden eingeladen, sondern hat auch damit bekundet, dass der Dienst der Soldaten in einem engen inneren Zusammenhang mit dem steht, was die Förderung und Sicherung des Friedens ausmacht. Der Einladung zum Festgottesdienst waren gefolgt der Leiter der Sektion IV Generalleutnant Mag. Christian Segur-Cabanac, der Leiter der Sektion II Generalleutnant Mag. Dietmar Franzisci, der Kommandant der Landesverteidigungsakademie Generalleutnant Mag. Erich Csitkovits und der neu ernannte Militärkommandant für Wien, Brigadier Mag. Kurt Wagner sowie der Verteidigungsattaché aus Italien.
Militärbischof  Mag. Christian Werner feierte in Konzelebration mit Militärgeneralvikar Prälat Msgr. Dr. Franz Fahrner, mit Militärgeneralvikar i.R. Prälat Rudolf Schütz und einer Vielzahl von Priestern den Festgottesdienst. Weiters waren die Militärdiakone Obst Wilhelm Hold und Obst Karl Kastenhofer in ihrer Funktion als Diakone tätig. Als Vertreter der Evangelischen Militärseelsorge war Militärsenior DDr. Karl Trauner und als Vertreter der Orthodoxen Militärseelsorge Vater DDDr. Alexander Lapin zum Festgottesdienst gekommen.

Militärbischof Mag. Christian Werner nahm in seiner Predigt Bezug auf die Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum 45. Weltfriedenstag. „Der Weltfriedenstag führt uns jedes Jahr die Vision eines umfassenden Friedens vor Augen“, so der Bischof und „wir wissen, dass dieses Ziel heute noch in weiter Ferne liegt“. Der Bischof zeigt auf, dass dieses Ziel viele Menschen motiviert, die Gewalt nicht einfach hinzunehmen, sondern ihr entgegenzuwirken. „Auch wir Soldaten, besonders in den zahlreichen Auslandseinsätzen, sind nicht nur Österreich und seinen nationalen Interessen, sondern darüber hinaus dem umfassenden Frieden verpflichtet“ so der Bischof wörtlich.

Zum Abschluss ermutigt Werner, sich dem Aufruf des Papstes anzuschließen, ‘„mit größerer Hoffnung auf die Zukunft“ zu blicken, sich vereint zu fühlen „in der Verantwortung für die gegenwärtigen und kommenden jungen Generationen“, mitzuarbeiten, „um der Welt ein menschliches und brüderliches Gesicht zu geben“ und vor allem die jungen Menschen, die uns als Kommandanten, Ausbildner, Lehrer und Eltern anvertraut sind, „zur Gerechtigkeit und zum Frieden zu erziehen“!‘

Der Friedensgottesdienst wurde kirchenmusikalisch durch die Militärmusik Oberösterreich und die Orgel der Karlskirche sehr feierlich ausgerichtet. Nach dem Festgottesdienst spielte die Militärmusik Oberösterreich ein kurzes Platzkonzert vor der Karlskirche. Die Feierlichkeiten zum Weltfriedenstag fanden mit dieser musikalischen Umrahmung ihren würdigen Abschluss und wohl keiner der Gäste ließ es sich nehmen, den Weltfriedenstag bei Gulaschsuppe und Getränken gemeinsam ausklingen zu lassen.

Es begegneten sich auch 2012 wieder über 10.000 Pilger aus 34 Nationen bei der 54. Internationalen Soldatenwallfahrt vom 10. bis 14. Mai 2012 in Lourdes. Unter ihnen 420 Soldaten und zivile Ressortangehörige aus ganz Österreich, die der Aufforderung des Militärbischofs Christian Werner zur Teilnahme gefolgt waren. Soldaten reisen dorthin, um einander zu begegnen und sich zu versöhnen.

Die Pilgergruppe wurde von Militärbischof Mag. Christian Werner, Militärgeneralvikar Prälat Dr. Franz Fahrner, Bischofsvikar Dr. Werner Freistetter sowie zahlreichen weiteren Militärseelsorgern begleitet. Auch der ranghöchste Offizier Österreichs, Generalstabschef Mag. Edmund Entacher, und Generalmajor Mag. Norbert Sinn, Kommandant der Theresianischen Militärakademie, Präsident der „Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten“ sowie auch derzeitiger Präsident des „Apostolat Militaire International“ (vom Heiligen Stuhl anerkannter internationaler Dachverband nationaler katholischer Soldatenorganisationen) – waren in Lourdes mit dabei. Der Bogen der Teilnehmer an der Soldatenwallfahrt spannt sich jedes Jahr von Soldaten aller Dienstgrade, über Bischöfe und Kardinäle bis hin zu Ministern und Staatsoberhäuptern. In diesem Jahr war Fürst Albert von Monaco der höchstrangige politische Vertreter.

Der 52. und somit letzte Lehrzug des Bundesrealgymnasiums für Berufstätige stellte den Fahnentrupp für diese Wallfahrt. Dieser ehrenvollen Aufgabe widmeten sich die Militärgymnasiasten Wm Philip Oetschmaier als Fahnenträger, Wm Alexander Schnabel und Zgf Matthias Rußegger als Fahnenoffiziere. Aufgrund des fehlenden Ersatztrupps waren die langen Stehzeiten und Märsche sehr fordernd, weil sämtliche Messen, Feiern und Zeremonien das Vorhandensein des Fahnentrupps verlangten, dafür aber war das Wetter sehr angenehm und erschwerte es den Soldaten nicht.
Unser österreichischer Fahnentrupp wurde sogar von den Schweizer Soldaten gelobt denn sie standen in Sachen Disziplin und Still-Stehen der Schweizer Garde um nichts nach. Sie hatten auch öfters die Ehre, persönlich mit General Entacher, Generalmajor Sinn und dem Militärbischof Werner zu sprechen.
Durch den tollen, energischen und disziplinierten Einsatz wurde der Fahnentrupp sogar von Militärbischof Werner, von Generalmajor Sinn und vom Kapellmeister der oberösterreichischen Militärmusik eingeladen. Mit Würde und mit Ehre wurden die Gläser erhoben und am Ende die wertvolle Fahne zurück übergeben. Trotz des kompakt geplanten und gut organisierten Ablaufplans war immer Zeit, sich mit anderen Fahnentrupps anderer Nationen zusammen zu setzen und zu plaudern.
 
Der ursprüngliche Gedanke der Soldatenwallfahrt war, Armeen der im Zweiten Weltkrieg verfeindeten Länder an der Lourdes-Grotte zu vereinen und gemeinsam für den Frieden im Marienwallfahrtsort am Rande der Pyrenäen zu beten. Österreich nimmt seit 1960 offiziell mit einer Delegation an dem Friedensfest teil.. Der Glaube und der Wunsch nach dauerhaftem Frieden verbindet die Pilger der verschiedenen Nationen. Gerade junge Soldatinnen und Soldaten suchen wieder verstärkt nach Freundschaften und Kontakten. Nicht nur junge sondern auch ältere Veteranen und Reservisten treffen sich, tauschen sich aus und betreuen in Lourdes ihre kranken Kameradinnen und Kameraden.

Soldaten aus aller Welt pilgern zur Gottesmutter von Lourdes - 10. – 14. Mai 2012

Einen Höhepunkt im Jahresablauf der Militärseelsorge stellt die Internationale Soldatenwallfahrt nach Lourdes dar.
1944 pilgerten erstmals französische Soldaten nach Lourdes. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen auch Soldaten aus anderen europäischen Ländern. 1953, acht Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, trafen sich bereits 15.000 ehemalige Frontkämpfer in Lourdes, um gemeinsam für den Frieden zu beten.
Auf Initiative französischer Militärgeistlicher wurde die nationale Soldatenwallfahrt schließlich zur internationalen ausgeweitet. 1958 jährte sich die Erscheinung Mariens in Lourdes zum 100. Mal. - Zu diesem Anlass pilgerten Soldaten aus  zehn Nationen zur  1. Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes - darunter auch österreichische Soldaten. - Der Ort am Fuße der Pyrenäen wurde so zu einer  internationalen Stätte der Begegnung und Versöhnung. Seit damals  lädt der  französische Militärbischof  jedes Jahr das Militär weltweit ein,  an der Pilgerfahrt teilzunehmen. Die internationale Begegnung wird zu einem lebendigen Fest des Glaubens, der Freude und internationaler  Verbrüderung.
Die Soldatenwallfahrt geht nicht vorbei an den Merkmalen einer leicht dem oberflächlichen Schein verfallenden Welt.  Sie  möchte im Gefolge Mariens  und Bernadettes, des jungen Mädchens aus den Pyrenäen, zum Ausdruck bringen, dass uns das Evangelium den Weg zum wahren Glück weist, - heute genauso wie vor zweitausend Jahren.
In der Gemeinschaft  tausender betender Soldaten beten wir für den inneren und äußeren Frieden und die Völkerverständigung. - Wie unser Herr Jesus Christus sagte: "Den Frieden, den die Welt nicht geben kann, gebe ich euch!"

Wallfahrt - wozu?
Wallfahrten zu heiligen Stätten wurden schon im alten Ägypten, bei Persern, Griechen und Römern unternommen. Im Judentum waren Wallfahrten zum Tempel nach Jerusalem anlässlich des Passah- oder des Laubhüttenfestes üblich. Im Christentum wurden Wallfahrten seit dem 4. Jahrhundert ins Heilige Land oder zu den Stätten von Märtyrer und Heiligen unternommen. Bis heute sind sie eine starke  Glaubensbezeugung im Leben der katholischen Kirche.
Während viele Kirchen der Christenheit heute ziemlich leer bleiben, ziehen Wallfahrtsorte Pilger aus der ganzen Welt und  allen Lebenslagen in stark steigender Zahl an. -  Junge und Alte, Gesunde und Kranke, Singles und Familien, Fromme und einfach neugierige Touristen. In Lourdes sind es täglich etwa 20.000 Menschen.
Sie suchen und erhoffen in ihrer Wallfahrt, was sie in ihrer Alltagswelt - sei sie modern oder traditionell - so nicht finden können. Die Wallfahrt eröffnet ihnen neue Räume der Begegnung - mit sich selbst, mit anderen Menschen, der Natur, der Kultur und vor allem mit Gott.

 

Am 14. März 2012 durften die katholische und die orthodoxe Militärseelsorge einen hochrangigen Vertreter des Moskauer Patriarchats im Jakob-Kern-Haus der Militärpfarre Wien als Gast begrüßen. Der Leiter der Militärseelsorge der Russisch-Orthodoxen Kirche, Erzpriester Dimitri N. Smirnov, sprach über „Militärseelsorge in den Russischen Streitkräften“ und ging dabei besonders auf Fragen der Militärethik und der Beziehungen zwischen Religionen und Konfessionen ein.

Ein Bericht von Christian Wagnsonner   
Donnerstag, 15. März 2012 

Bei der Begrüßung betonten Bischofsvikar Dr. Werner Freistetter vom Institut für Religion und Frieden, Univ.Doz. DDDr. Alexander Lapin von der orthodoxen Militärseelsorge und der Wiener Militärpfarrer Dr. Harald Tripp die gute Kooperation zwischen den Militärseelsorgen, aus der diese erste gemeinsame Veranstaltung hervorgegangen ist. Neben Orthodoxen und Katholiken waren auch Vertreter der Evangelischen Kirche und der Islamischen Glaubensgemeinschaft der Einladung gefolgt.

In Russland reicht die Militärseelsorge bis zu den Anfängen des Staates zurück. Unter Peter dem Großen wurde ihr eine reguläre institutionelle Struktur gegeben. Die Militärseelsorge erstreckt sich über das ganze Staatsgebiet, ist nicht nach Diözesen gegliedert und wird nicht von einem Bischof, sondern von einem Erzpriester geleitet. Mit dem Beginn der kommunistischen Herrschaft wurde Religion durch eine Ideologie ersetzt, die alle Attribute einer Religion hatte, aber ohne Gott auskam und die Religionen in Russland zu vernichten suchte. In der Armee traten Kommissare an die Stelle der Militärseelsorger.

Zu Beginn des zweiten Weltkriegs gab es in der Sowjetunion nur mehr ca. 100 intakte Kirchen, ein Großteil der Geistlichen war ermordet worden oder in Gefangenschaft. In den von den Deutschen besetzten Gebieten durften Kirchen wieder errichtet werden, auch Stalin nahm die Verfolgung ab 1943 wieder etwas zurück und ermöglichte die Wiedererrichtung des Patriarchats sowie die Wiederaufnahme des kirchlichen Lebens, sodass es mit Kriegsende wieder ca. 16.000 intakte Kirchen gab.

Eine reguläre Seelsorge in den Streitkräften konnte aber erst nach der Wende in den 1990er Jahren neu aufgebaut werden. Dafür wurde von der Hl. Synode des Moskauer Patriarchats eine eigene Abteilung gegründet, die auch für Polizei- und Gefängnisseelsorge zuständig war. Erzpriester Dimitri N. Smirnov leitet diese Abteilung seit 10 Jahren. Der Bereich Gefängnisseelsorge wurde im Vorjahr ausgegliedert. Im Jahr 2000 gab es für die ca. 2 Mio Angehörigen der Russischen Streitkräfte ca. 2000 Seelsorger, die bis heute aber im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen in der Armee (nur mehr 1 Mio Militärangehörige) auf 1000 gekürzt wurden. Sie alle arbeiten jedoch auf freiwilliger Basis. Im Vorjahr wurde von Präsident Medwedew die Errichtung einer kirchlich-staatlichen Militärseelsorgestelle angeordnet, deren Aufbau aber eher schleppend vorangeht. Bislang gibt es erst 25 fix angestellte orthodoxe Seelsorger und einen Imam; ein Rabbi und ein buddhistischer Seelsorger sind angedacht. Diese Verzögerung ist aber für die Orthodoxe Kirche kein Problem, nach wie vor funktioniert die Militärseelsorge auf den in den 1990er Jahren gelegten Grundlagen sehr gut. Ab und zu kann es allerdings zu Schwierigkeiten kommen, weil die Seelsorge auf das Wohlwollen der Kommandanten angewiesen ist und religionsfeindliche Kommandanten in der Lage sind, die Arbeit der Seelsorge zu behindern. Da sich allerdings die Kirche Russlands und ihre Geistlichen als „Heer“ Christi verstehen, fühlen sie sich auch den Soldaten besonders nahe.

Orthodoxe Militärseelsorger können auch Angehörige anderer Religionen (in Russland sind das v.a. Muslime, Juden und Buddhisten) betreuen, ohne kanonische Regeln zu verletzen, sofern für sie in ihrer Einheit kein eigener Seelsorger zur Verfügung steht. Sie versuchen außerdem, für sie den Kontakt mit Seelsorgern ihrer Glaubensrichtung (Mullahs, Rabbis etc.) herzustellen.

Im Lauf der 20jährigen Zusammenarbeit mit den Streitkräften konnten ca. 200 Kirchen in Garnisonen neu errichtet werden. Jeder Armeeangehörige soll die Möglichkeit haben, bei Bedarf mit einem Militärseelsorger Kontakt aufzunehmen bzw. die Sakramente zu feiern. Die Militärseelsorger sind auch im Rahmen der jährlich stattfindenden Truppenübungen vertreten, bieten dort Gottesdienste auf freiwilliger Basis an.

Die Militärseelsorge versteht sich in Russland nicht als eine Machtstruktur, sondern als eine Schule für junge Menschen. Die jungen Soldaten wissen oft sehr wenig über die kommunistische Herrschaft und die Religionen in Russland, oft auch nichts über ihre eigene religiöse Tradition. Aufgrund der hohen Scheidungsraten werden viele junge Männer erst in der Armee mit einer Vaterfigur konfrontiert.

Erzpriester Smirnov ist auch Prorektor der Orthodoxen Humanistischen St.-Tichons-Universität und Dekan der Fakultät für Orthodoxe Kultur an der Peter-der-Großen-Akademie der Strategischen Raketentruppen. Dort hat er in seiner 15jährigen Tätigkeit sehr gute Erfahrungen gemacht, die in weiterer Folge auch für die anderen Ausbildungsvorgänge in Armee und Polizei fruchtbar gemacht werden sollen, um vor allem auch auf die moralischen Einstellungen positiv einzuwirken.

Zu den weiteren Tätigkeiten Vater Dimitris gehören die Pfarrseelsorge – er ist Pfarrer in der Kirche zum Hl. Mitrofan in Woronesch und betreut weitere 8 Kirchen in Moskau – und die Teilnahme an Diskussionssendungen im russischen Fernsehen. Er wurde mit dem Recht, Mitra zu tragen, sowie mit dem Orden des Hl. Großfürsten Dmitri Donskoi der II. Klasse ausgezeichnet, ist verheiratet und hat eine Tochter.

Übersetzt wurde der Vortrag aus dem Russischen von Kyrill Lapin.

Landesverteidigungsakademie, 1070 Wien: Auf Einladung des Militärbischofs für Österreich, Mag. Christian Werner, fand am 2. Februar 2012 an der Landesverteidigungsakademie ein Studientag für Kommandanten zum Thema „Persönlichkeit und Charakter“ statt.

Univ.Doz. DDr. Raphael Bonelli ging zunächst der Frage nach „Wie werde ich, was ich bin?“, und erläuterte Grundlagen, Dimensionen und Zusammenhänge von Temperament, Persönlichkeit und Charakter. Es gibt zwar eine biologische und neurologische Basis für individuelle Prägungen ebenso wie die Einflüsse der sozialen Umwelt, dennoch verbleibt dem Menschen ein Bereich von Freiheit und Verantwortung für die Formung seines Charakters und seiner Persönlichkeit. In seinen Ausführungen zu Selbsterkenntnis und Charakterbildung betonte er daher auch die Bedeutung von Tugendhaltungen wie Weisheit, Mut, Liebe, Gerechtigkeit, Mäßigung und Offenheit für Transzendenz, damit menschliches Leben authentisch  sein und gelingen kann.

Dr. Reinhard Pichler beschäftigte sich in seinem Vortrag mit Wegen aus Sinnkrisen. Die Sinnfrage wird im täglichen Leben meist nicht ausdrücklich gestellt, Lebenssinn ist auch nicht durch einen Entschluss des Willens herzustellen, dennoch ist Sinn im Leben ähnlich gegenwärtig wie die Luft zum Atmen. Ausdrücklich bewusst wird die Frage oft in Krisenzeiten. Es geht dann darum, sich neu für das Leben und für das eigene Person-Sein zu entscheiden, um weiter mit „innerer Zustimmung“ leben zu können. Dr. Pichler zeigte dies konkret an den Beispielen der Überwindung des Angstkreises und dem Umgang mit dem Burn Out-Syndrom. Er ging dabei besonders auf jene sozialen und persönlichen Bedingungen ein, die in diesem Zusammenhang für Männer in unserer Gesellschaft bestimmend sind.

In den regen Diskussionen der Teilnehmer zeigte sich, dass diese Fragen gerade für militärische Kommandanten mit ihrer besonderen Verantwortung große Bedeutung haben. Hilfen aus der Psychotherapie, die im Blick auf die Lebenswirklichkeit gangbare Wege aufzeigen, stoßen dabei auf großes Interesse.

Dank an alle Mitwirkenden

Militärgeneralvikar Prälat Dr. Franz Fahrner:
Seit mehr als 40 Jahren übernehmen Pfarrgemeinderäte in den Militärpfarren Verantwortung und tragen wesentlich zum Gelingen des Seelsorgeauftrags der Militärseelsorge im Österreichischen Bundesheer bei. Für mich sind diese Frauen und Männer, die ihren ehrenamtlichen Dienst zum Wohle der Pfarrgemeinden leisten, unverzichtbarer Bestandteil unserer kirchlichen Struktur. Wie der für die Pfarrgemeinderäte zuständige Referatsbischof, Dr. Alois Schwarz, es einmal formulierte, bilden die Pfarrgemeinderäte ein Netzwerk der Nächstenliebe, dessen Tragfähigkeit pfarrliches Leben in vielfältiger Form ermöglicht, erhält und garantiert. Der Pfarrgemeinderat als Leitungsgremium unter Vorsitzführung des jeweiligen Pfarrers ist in vielfältiger Weise Garant für die Verwirklichung von Gemeinde im ursprünglichen Sinn, für die Umsetzung der christlichen Botschaft und der kirchlichen Grundaufträge im praktischen Alltagsleben.
Ich danke allen Pfarrgemeinderäten der abgelaufenen Periode für ihren unermüdlichen Einsatz und ermuntere sie, sollten sie auch zukünftig keine offizielle Funktion in ihrer Militärpfarre übernehmen, auch weiterhin die Anliegen ihrer Pfarre nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten zu unterstützen.
Ich bedanke mich bei allen Frauen und Männern, die sich der heutigen Wahl als Kandidatinnen und Kandidaten gestellt haben – sie sind für mich ein gutes Bild unserer lebendigen und zukunftsorientierten Kirche. Ich wünsche allen Pfarrgemeinderäten viel Freude und Gottes reichsten Segen für die Ausübung ihres Amtes und ihre verantwortungsvolle Tätigkeit in den Militärpfarren beim Österreichischen Bundesheer.

Pfarrgemeinderatsreferent Amtsdirektor Walter Schaufler:
Die Pfarrgemeinderäte ermöglichen der Militärseelsorge im Österreichischen Bundesheer die umfassende Erfüllung des Seelsorgeauftrags in der Entfaltung der kirchlichen Grundaufträge. Durch das ehrenamtliche Engagement der vielen Frauen und Männer in den räumlich sehr ausgedehnten Militärpfarren wird das pfarrliche Leben sicht-, spür- und erlebbar. Die Übernahme von Verantwortung für die Militärpfarren und die Gestaltung von Glaubens- und Lebensräumen für die Pfarrangehörigen machten die Pfarrgemeinderäte in ihrem länger als 40 Jahre währenden Bestehen im Bereich der Militärseelsorge zu einem wesentlichen Instrument seelsorgerischer Bemühungen.
Dem vorläufigen Wahlergebnis ist zu entnehmen, dass bei einer Wahlbeteiligung von mehr als 20% eine starke Verjüngung der Pfarrgemeinderäte erfolgt, das Durchschnittsalter der gewählten Personen hat sich gegenüber der letzten Wahl stark gesenkt. Der Frauenanteil in den Pfarrgemeinderäten hat sich nach dieser Wahl verdoppelt.
Ein herzliches Dankeschön allen Militärpfarrern und allen Mitarbeitern in der Militärseelsorge für die gute Vorbereitung und Durchführung der Pfarrgemeinderatswahl 2012!
Ein herzliches Danke allen Kandidatinnen und Kandidaten für Ihr Engagement!
Abschließend darf ich meiner Freude und Hoffnung auf gutes Zusammenwirken und auf eine ereignisreiche neue Pfarrgemeinderatsperiode Ausdruck geben.

Hochrangige österreichische Delegation der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten beim Pontifikalamt im Hohen Dom zu Fulda und Festakt „50 Jahre Königsteiner Offizierkreis und Gemeinschaft Katholischer Soldaten“ am 8. November 2011
 
Ein Bericht von Michael Jedlicka, Oberst 
  
Der Katholische Militärbischof von Deutschland Dr. Franz-Josef Overbeck zelebrierte in Anwesenheit in- und ausländischer Ehrengäste, sowie zahlreicher aktiver wie ehemaliger Soldatinnen und Soldaten im Dom zu Fulda ein Pontifikalamt. In seiner Predigt ordnete Bischof Overbeck das seit 50 Jahren andauernde Engagement der Gemeinschaft Katholischer Soldaten in die grundlegenden Aussagen der Kirche seit dem II. Vatikanischen Konzil ein. Er hob dabei insbesondere das Dekret über „Das Apostolat der Laien“ hervor, das eine Grundlage für die Zuordnung des Dienstes der Laien in der Kirche bildet.
 
Die Kernaussage des Militärbischofs lautete: „So wichtig Priester und Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten in der Seelsorge sind, so sehr ist doch der Grundauftrag jedes katholischen Christen vor Ort, selbst für die Einsichtigkeit des Glaubens Zeugnis zu geben, das das Leben aufzuschlüsseln und zu gestalten hilft. Wenn dies nicht in den Kasernen, in den konkreten alltäglichen Herausforderungen, in den Einsätzen im Ausland geschieht, geht eine wesentliche Lebensquelle des Christseins und einer glaubwürdigen Kirche verloren.“.
Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten war der Festakt, der anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Königsteiner Offizierkreises (KOK) – später Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) – im Anschluss an das Pontifikalamt im Fuldaer Stadtschloss gefeiert wurde. Eine hochrangige österreichische Delegation unter der Leitung  des Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten in Österreich (AKS), Generalmajor Mag. Norbert Sinn, war angereist, um den Kameraden der GKS anlässlich ihres Jubiläums die gebührende Referenz zu erweisen. Getreu dem Leitsatz der AKS „Das Wort Gottes glaubhaft vorleben und vermitteln“ verbindet die AKS und die GKS eine jahrelange konstruktive Zusammenarbeit im internationalen Laienapostolat. Generalmajor Sinn ist zugleich der neu gewählte Präsident des „Apostolat Militaire International“ (AMI), der weltweiten Laienorganisation katholischer Soldaten.
 
Der Festakt und das Pontifikalamt mit dem deutschen Militärbischof  war eingebettet in die so genannte „Akademie Oberst Helmut Korn“. Diese Akademie  ist eine Bildungsveranstaltung für jüngere Offiziere und Unteroffiziere. Sie findet alle zwei Jahre im Bonifatiushaus in Fulda statt. Ihr Ziel ist es, Wege im Spannungsfeld zwischen Beruf und Politik, Führungsverantwortung und Individualisierung aufzuzeigen. Die Akademie ist nach dem Mitbegründer und geistigen Vater der GKS, Oberst Helmut Korn (gest. 1983) benannt.
 
Der GKS-Bundesvorsitzende, Oberstleutnant Dipl.-Ing. Rüdiger Attermeyer, hielt den Eröffnungsvortrag der Akademie Oberst Korn. Dieser beleuchtete insbesondere die Herausforderungen, denen sich der Verband in der „Kirche unter Soldaten“ und in den deutschen Streitkräften gegenwärtig zu stellen hat.
Im Mittelpunkt standen dabei Fragen und Konsequenzen der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland und den seit Ende Oktober öffentlich bekannten Anpassungen der Standorte der Bundeswehr. Attermeyer erinnerte an die Grundsätze der Inneren Führung mit den Worten: „Ich halte das Bild vom ‚Staatsbürger in Uniform’ für eine folgerichtige Ableitung aus den Erfahrungen der deutschen Geschichte, nicht jedoch für ein Merkmal, das an die Wehrpflicht gebunden ist. Daher sehe ich die Innere Führung auch nicht ‚automatisch’ durch den Wegfall der Wehrpflicht gefährdet …. Gleichwohl ist sie kein garantierter Selbstzweck , sondern ein Wesensmerkmal der Bundeswehr, das immer der Pflege und auch Weiterentwicklung bedarf, damit die Grundsätze erhalten und in den aktuellen Bezügen gelebt werden können.“ Attermeyer beendete seinen Vortrag mit einem Hinweis, der die weitere Diskussion im Plenum bestimmte: „Zunächst ist festzustellen,“ so der Bundesvorsitzende der GKS, „dass ein großer Teil der Soldaten – und auch des Führerkorps – keine religiöse Bindung oder Orientierung hat. Das bedeutet, dass es bei ethischen Fragestellungen keine gewachsene, gemeinsame Grundlage gibt, auf der gedanklich aufgebaut werden könnte.“
 
Den weiteren inhaltlichen Verlauf mit Blick auf die in der Themenstellung der Akademieveranstaltung skizzierten Vertrauens- und Krisenphänomene bestimmten die Vorträge der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Hans Hobelsberger (Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Paderborn), PD Dr. Patrik C. Höring (Erzbistum Köln) und des Politikwissenschaftlers an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Klaus Uwe Stüwe.
Generalleutnant a. D. Wolfgang Korte erörterte als Schirmherr der Akademie die Bedeutung der GKS. Er ermutigte zu einem weiteren Engagement, welches durch vorbildliches Verhalten und persönliches Zeugnis über den gelebten Glauben getragen sein soll.
 
Militärgeneralvikar Walter Wakenhut, dem durch Militärbischof Overbeck für die Dauer von weiteren zwei Jahren die Verantwortung für die Katholische Militärseelsorge in der Bundeswehr übertragen worden war, behandelte einige Herausforderungen und Aufgaben für die Militärseelsorge. Wakenhut informierte über die zukünftige Zuordnung der Militärseelsorge zum Verantwortungsbereich des Generalinspekteurs der Bundeswehr und über einen Strategieprozess, dem sich die Katholische Militärseelsorge als Aufgabe für das kommende Jahr gestellt hat. Zum Abschluss der Akademie Oberst Korn referierte Brigadegeneral Reinhard Kloss als verantwortlicher Stabsabteilungsleiter im Führungsstab der Streitkräfte über Herausforderungen und Aufgaben, denen sich die Innere Führung in Zeiten des Wandels in der Bundeswehr zu stellen hat. Mit der Feier der Eucharistie und dem Segen für die Heimreise schloss das Seminar.
Ein Bericht von Hptm Prof. Mag Serge Claus
   
Am 21. November 2011 besuchte am späten Nachmittag der Militärbischof von Österreich, Mag. Christian Werner, seine ehemalige Schule, wo er jahrelang Erzieheroffizier und dann Religionsprofessor war. „Ich freue mich sehr, wenn die Leute offen mit mir reden“, sagte der Militärbischof, „die Sorgen und Ängste der Militärgymnasiasten zu erfahren, ist mir sehr wichtig!“.
Deshalb wurde an diesem Tag auf das „Offizielle“ verzichtet. Seine Exzellenz sprach mit fast allen Mädchen und erkundigte sich über ihre Motivation das Militärrealgymnasium zu besuchen. Andere Militärgymnasiasten erklärten dem Oberhirten der Militärseelsorge, die Gründe, warum sie sich von der Kirche trennen wollen, Bischof Werner nahm sie sehr ernst. Viele Schüler wiederum sprachen von ihrer Begeisterung für die Kirche, wie zum Beispiel bei der Militärwallfahrt nach Lourdes. Zu einer langen Unterredung kam es dann mit den erwachsenen Schülern, sie nahmen gleich die Gelegenheit wahr und luden Seine Exzellenz zu ihrer Maturafeier ein. Das Beisammensein war sehr herzlich und es wurde beschlossen, dass der Militärbischof noch einmal zu ihnen kommt.

Advent 2012


Liebe Soldatinnen und Soldaten!
Liebe Bedienstete des Österreichischen Bundesheeres und ihre Angehörigen!
Brüder und Schwestern im Herrn!


Am 25. März, neun Monate vor dem Fest seiner Geburt, feiert die Kirche das Fest seiner Verkündigung. Die in Jesus Christus Mensch gewordene Wahrheit ermutigt uns, darauf zu vertrauen, dass auch unsere Verkündigung auf fruchtbaren Boden fällt und mit Gottes Hilfe zu neuem Leben für alle führt.

Wahrheit – Verkündigung
Die Wahrheit, von der der Epheserbrief vorschlägt, sie als Gürtel immer um uns zu tragen, ist nicht nur eine Frage des Glaubens, sondern noch viel mehr der menschlichen Würde. Wer im Umgang mit seinen Mitmenschen lügt und manipuliert, ist als Zeuge des Glaubens nicht geeignet.

Erste Form der Verkündigung ist das Vorlesen und Lesen der Bibel, für die gilt: „Die Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Herrenleib selbst, weil sie, vor allem in der heiligen Liturgie, vom Tisch des Wortes Gottes wie des Leibes Christi ohne Unterlass das Brot des Lebens nimmt und den Gläubigen reicht.“  Die Verteilung von Soldatenbibeln ist daher ein wichtiger Akt dieses Apostolats, noch mehr aber das gemeinsame Lesen, Auslegen und Umsetzen dessen, was wir vom Wort Gottes verstanden haben.

Das Gespräch über das Wort Gottes, seine Auslegung und Erklärung, will die biblische Tradition in unserem militärischen Umfeld verdeutlichen. Denn was lange zuerst für Missionare in entfernten Ländern galt, das gilt heute allen Katholiken in einem weltanschaulich und religiös bunten Bundesheer: „Die zu den verschiedenen Völkern ausgesandt werden, sollen “durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre zu tüchtigen Dienern Christi herangebildet werden” (1 Tim 4,6). Sie schöpfen sie vor allem aus der Heiligen Schrift, indem sie tief in das Geheimnis Christi einzudringen versuchen, dessen Herolde und Zeugen sie sein sollen.“

Dieser Heroldsdienst ist keineswegs dem Bischof oder seinen Priestern und Diakonen vorbehalten, sondern Auftrag an alle Gläubigen, ganz besonders jene, die in Militärpfarrgemeinderat und AKS tätig sind: Sie sind nicht passive Empfänger, sondern aktive Verteiler, vor allem dort, wo sie unmittelbaren Zugang und umfassendere Kenntnis der Situation haben: „Die Laien hingegen, die auch am priesterlichen, prophetischen und königlichen Amt Christi teilhaben, verwirklichen in Kirche und Welt ihren eigenen Anteil an der Sendung des ganzen Volkes Gottes. Durch ihr Bemühen um die Evangelisierung und Heiligung der Menschen und um die Durchdringung und Vervollkommnung der zeitlichen Ordnung mit dem Geist des Evangeliums üben sie tatsächlich ein Apostolat aus.“

Nicht zu vernachlässigen ist der Stellenwert der sozialen Kommunikationsmittel, in unserem Bereich vor allem die oft sehr liebevoll und einladend gestalteten Pfarrblätter, unsere Auftritte in militärischen und öffentlichen Medien. Von besonderer Bedeutung ist das Internet, in dem wir durch unsere Homepage vertreten sind: Aktualität und Ernsthaftigkeit stehen hier im Vordergrund. Sehr zu loben ist auch das Engagement unserer Gläubigen in sozialen Netzwerken, wo Veranstaltungen der Militärseelsorge angekündigt und dokumentiert werden, wo Gelegenheit zur Anbahnung von Gesprächen und zum sofortigen Austausch auch über große Distanzen hinweg möglich ist.

Darüber hinaus seien alle Mittel empfohlen, die eine nachhaltige Verkündigung gewährleisten, auch unter Mithilfe ziviler Experten im Sinn des bisher letzten Konzils: „Eine besondere Verantwortung für die Sozialen Kommunikationsmittel tragen die Journalisten, Schriftsteller, Schauspieler, Regisseure, Produzenten, Geldgeber, Verleiher, Theaterleiter, Agenten, Kritiker und überhaupt alle, die irgendwie bei der Produktion und Verbreitung Sozialer Kommunikationsmittel beteiligt sind.“

Frau Dr. Nadja Rossmanith, die seit September Medienbeauftragte des Militärordinariats der Republik Österreich ist, wird die Koordination dieser Tätigkeiten übernehmen. Wie die Engel zu den Hirten auf den Feldern von Bethlehem, so sind wir als Boten zu den  Menschen gesandt, um ihnen in ihrer Sprache unseren Glauben verständlich zu machen.
 
Gerade weil dieses Weihnachtsfest von Kriegen und Unruhen in vielen Teilen der Welt überschattet ist, muss die Botschaft des Friedens, der in der Wahrheit gründet, mit um so größerer Beharrlichkeit gesagt und gelebt werden.

Ich freue mich über die positiven Rückmeldungen, die bis jetzt zum synodalen Prozess bei mir eingelangt sind. Die Bestellung der Vorbereitungskommission, die ersten Themenvorschläge und die bei vielen Veranstaltungen hörbare Resonanz auf diesen Prozess sind erfreulich. Die Materialien zum Jahr des Glaubens, die Kalender und Plakate, lenken die Aufmerksamkeit nicht nur der Katholiken auf die Inhalte unseres Glaubens. Der synodale Prozess, an dem alle Pfarren, die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten und viele Unterstützer teilhaben, wird die noch bessere Sichtbarkeit dieses Glaubens im Leben der Kirche fördern.

Der Advent, die Ankunft Jesu Christi in unserer Welt, ereignet sich auch im Leben eines jeden von uns. Lassen wir uns ein auf diese Gnade der Menschwerdung und formen wir unser Leben so, dass wir dem wiederkommenden Jesus Christus jederzeit Rechenschaft über unser Handeln ablegen können. Denn das ist unser Auftrag, Gott zur Ehre und den Menschen auf Erden zum Frieden. Ich danke allen für ihre Bereitschaft, sich für Sicherheit und Frieden einzusetzen und bin mit ihnen in dieser Zeit besonders im Gebet verbunden.

 

Von Herzen erbitte ich für Sie alle Gottes Segen!

Ihr 

Mag. Christian Werner
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