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Bekanntgabe der Ernennung von Werner Freistetter zum neuen Militärbischof für Österreich durch den Heiligen Stuhl
 
Wien (16.4.2015) / Papst Franziskus nimmt den Amtsverzicht von Bischof Mag. Christian Werner an und ernennt Msgr. Dr. Werner Freistetter zum neuen katholischen Militärbischof. Das Österreichische Militärordinariat wurde 1986 von Papst Johannes Paul II. gegründet und ist für die seelsorgliche Betreuung von Soldatinnen, Soldaten, zivilen Bediensteten des Österreichischen Bundesheeres und Heeresangehörigen im Ruhestand sowie ihren Angehörigen zuständig.
 
Werner Freistetter wurde 1953 in Linz geboren. Sein Vater war Offizier des Österreichischen Bundesheers. Nach seinem Präsenzdienst als Einjährig-Freiwilliger trat er 1973 ins Wiener Priesterseminar ein und studierte Theologie an der Universität Wien. 1975 setzte er seine Ausbildung im Collegium Germanicum et Hungaricum und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom fort. 1979 wurde er in Rom zum Priester geweiht und war danach als Kaplan in Baden und Perchtoldsdorf tätig. 1984/1985 war Werner Freistetter als Militärseelsorger am Golan im Einsatz.
 
Nach seiner Rückkehr arbeitete er als Assistent am Institut für Ethik und Sozialwissenschaften an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Dort beschäftigte er sich mit den Themen Internationale Ordnung, Friedensethik und Grundlagen des Völkerrechts. In dieser Zeit war er zuerst Kaplan in Altlerchenfeld und danach Pfarrer in der Pfarre Am Kordon. 1993 promovierte er zum Doktor der Theologie und arbeitete bis 1997 am Päpstlichen Rat für die Kultur in Rom.
 
1997 kehrte er als Leiter des, von Militärbischof Christian Werner ins Leben gerufenen, Instituts für Religion und Frieden der Katholischen Militärseelsorge Österreichs zurück nach Wien. Die folgenden Jahre waren geprägt vom personellen und organisatorischen Aufbau des Instituts, von Forschungen zu ethischen Herausforderungen des militärischen Dienstes, sowie von umfangreicher Vortragstätigkeit unter anderem an der Navy Postgraduate School in den USA. Er arbeitete einige Jahre in der Delegation des Heiligen Stuhls bei der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), war als Militärseelsorger in Bosnien, im Kosovo und im Libanon im Einsatz und war seelsorglich in verschiedenen Wiener Pfarren tätig. Freistetter ist seit 2005 geistlicher Assistent der Internationalen katholischen Soldatenorganisation AMI. Im März 2006 wurde er durch Militärbischof Werner zum Bischofsvikar für Wissenschaft und Forschung, theologische Grundsatzfragen und internationale Beziehungen ernannt.
 
Das Militärordinariat ist in 18 Inlandspfarren und 2 Auslandspfarren gegliedert und ist für rund 90 000 Personen zuständig.
 
 
Ein Bericht von Dr. Nadja Rossmanith   
 
Alles was einen Anfang hat …

In der ersten Hälfte des vorherigen Jahrhunderts fielen mehr als 37 Millionen Soldaten und Soldatinnen, die meisten davon in Europa. Heute, mehr als 100 Jahre nach dem Beginn der Urkatastrophe des Ersten Weltkrieges, beten und feiern Heeresangehörige aus 40 Nationen vom 14. bis 18. Mai zum 57. Mal gemeinsam in Lourdes, einem der weltweit meistbesuchten Marienwallfahrtsorte.
 
Die jährliche Soldatenwallfahrt ist eines der wichtigsten internationalen Ereignisse der katholischen Militärseelsorge. 494 Pilger und Pilgerinnen aus Österreich, darunter der designierte Militärbischof Dr. Werner Freistetter, verstärken das länderübergreifende  Event. Als Vertreter des Ressorts  nimmt Brigadier Mag. Martin Jawurek, Präsident der Arbeitsgemeinschaft katholischer Soldaten, teil, in seiner Funktion als Präsident der AMI, Generalmajor i. R. Mag. Norbert Sinn.
 
Der Weg ist (auch) das Ziel. Spirituell begleitet wurde die Anreise von den österreichischen Militärseelsorgern, u. a. sprach Militärerzdekan Dr. Harald Tripp in 10.000 Metern Höhe den Reisesegen vor erfahrenen »Lourdesveteranen« und der Gardemusik unter der Leitung von Oberst Mag. Bernhard Heher. 
 
Beim Abendlob, das von Militärgeneralvikar Mag. Leszek Ryzka geleitet wurde, trafen sich alle österreichischen Teilnehmer und Teilnehmerinnen in der Maria-Empfängnis-Basilika. Beim gemeinsamen Singen und Beten konnten die Pilger und Pilgerinnen den Alltag hinter sich lassen und sich auf die bevorstehenden Tage einstimmen. Anschließend gab es die Möglichkeit zum Empfang des Sakramentes der Versöhnung.
 
Den Abschluss jedes Tages bildet um ein Uhr nachts eine von Militärdekan MMag Dr. Alexander Wessely begleitete Meditation an der Grotte von Massabielle - ein Angebot, das von vielen Pilgern und Pilgerinnen gerne angenommen wird.
 
Ein Bericht von Dr. Nadja Rossmanith   
 
Gemeinsam Situationen durchstehen …

Sich auf Lourdes und die Soldatenwallfahrt einzulassen, bedeutet, in eine ganz eigene Welt einzutauchen – eine Welt, die von scheinbar unüberbrückbaren Widersprüchen gekennzeichnet ist: Von einem Nebeneinander von Krankheit und Leid auf der einen und jugendlichem Elan auf der anderen Seite, von strahlendem Sonnenschein und strömendem Regen, von geselligem Beisammensein und andächtigem Gebet.
 
Das besondere an Lourdes ist, dass es diese Widersprüche auf wundersame Weise auflöst, wie es der traditionelle Gottesdienst der deutschsprachigen Pilger an der Grotte – der erste Höhepunkt im dichten Wallfahrtsprogramm – erneut eindrucksvoll bewies.
 
Trotz widrigster Wetterbedingungen harrten mehr als tausend Pilger an dem Ort aus, an dem – wie es der designierte Militärbischof für Österreich, Dr. Werner Freistetter, in seiner Predigt ausführte – „Bernadette die Erfahrung einer anderen Welt gemacht hat, die in unsere Welt hineingeht, einer Welt des Lichtes und der Hoffnung“. An einem Ort, an dem – wie kaum woanders – die „Botschaft der Versöhnung des Friedens und der Umkehr zum Guten“, aber auch jene der Heilung hör- und spürbar wird.
 
Eindrucksvoll konnten Soldaten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und eine Abordnung der Päpstlichen Schweizer Garde – im wahrsten Sinn des Wortes – aber auch am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, gemeinsam widrige Situationen durchzustehen. Dr. Freistetter betonte den Auftrag der Christen, füreinander in Taten, aber auch im Gebet Verantwortung zu übernehmen, wie es dem Leitgedanken der diesjährigen Wallfahrt, „Hüter meines Bruders“ entspricht.
 
Die gesamte Dimension der Soldatenwallfahrt wurde den Pilgerinnen und Pilgern erstmals bewusst, als Delegationen aus mehr als 30 Nationen bei der internationalen Eröffnungsfeier in die Basilika Pius X einzogen und von Frankreichs Militärbischof Luc Ravel willkommen geheißen wurden. Wetterbedingt bildete die in jeder Hinsicht beeindruckende Basilika schließlich einen würdigen Rahmen für die traditionelle Krankenprozession und die daran anschließende Eucharistische Anbetung.
Ein Bericht von Dr. Nadja Rossmanith
   
 Sonnenstrahlen und Kerzenschein …
 
Am Beginn des heutigen Tages stand eine, gemeinsam mit Angehörigen der Schweizer Armee und der Päpstlichen Schweizer Garde gefeierte, Hl Messe an einem besonderen Ort, dem internationalen Zeltlager, das – wie es Militäroberkurat MMag. Stefan Gugerel ausdrückte – militärische und christliche Pilgertradition verbindet. Bei den ersten warmen Sonnenstrahlen dieser Wallfahrt bot sich im Anschluss an den Gottesdienst für alle Pilgerinnen und Pilger die Möglichkeit, das Leben im Lager kennen zu lernen und einmal mehr mit den dort untergebrachten Kameradinnen und Kameraden und ihren Seelsorgern, Militärkurat Mag. Sascha Kasper (Pater Raphael) und den Militärkaplänen Mag. Oliver Hartl und Mag. Anselm Kassin ins Gespräch zu kommen. Eine Kreuzwegandacht schloss den Vormittag ab.
 
Wohl den kulturellen Höhepunkt bildete am früheren Nachmittag das traditionelle Platzkonzert der Gardemusik, die es Verstand, nicht nur die österreichischen Pilger, sondern zahlreiche Gäste aus aller Herren Länder in ihren Bann zu ziehen. Ein langer Tag mündete schließlich in die traditionelle Lichterprozession, in der ein Meer aus Kerzen den nächtlichen Wallfahrtsort erhellte und singend und betend zur Rosenkranzbasilika ziehende Soldatinnen und Soldaten das völkerverbindende Wesen dieses Großereignisses eindrucksvoll spüren ließ.
Ein Bericht von Dr. Nadja Rossmanith   
 
... hat auch ein Ende
 
Der letzte Tag in Lourdes begann mit der internationalen Messe, bei der Gott in vielen Sprachen und Musikstilen brüderlich gelobt wurde. Doch alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende, sodass es danach langsam hieß, Abschied zu nehmen und sich den gemeinsamen Auftrag des Soldaten als Diener des Friedens nochmals vor Augen zu halten. Abschied von den Pilgern und Pilgerinnen aus anderen Nationen, von denen viele zu Freunden wurden.
 
Abschied auch von den Pilgern und Pilgerinnen im Hotel Arcade aus Kärnten mit ihrem Seelsorger Militärdekan Dr. Emanuel Longin, von jenen aus Niederösterreich mit ihrem geistlichen Begleiter Militärdekan Mag. Alfred Weinlich und nicht zuletzt von den Teilnehmern aus Tirol mit ihrem Militärpfarrer Militärdekan Mag. Seifert. Als letzten Programmpunkt an diesem Tag fand die Segnung der Pilgerandenken und die Übergabe der Fahne statt.
 
Montag nehmen wir Abschied von Lourdes, wenn sich die einzelnen Gruppen wieder auf den Heimweg machen werden: Müde vom intensiven Erleben des „Phänomens Lourdes“ während der letzten Tage, aber dafür sicher mit tiefen Eindrücken, neuen oder vertieften Freundschaften und der Erfahrung, dass Hoffnung und Freude stärker ist, als alles Leid.

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