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Predigt von Militärbischof Mag. Christian Werner
48. Internationale Soldatenwallfahrt LOURDES - 18. bis 21. Mai 2006
Heilige Messe  1 Jo 4,7-10, Freitag, 19. Mai 2006  -  GROTTE Jo 15,12-17 (9-17)
 
Man schreibt den 8. Dezember 1854. Papst Pius IX. verkündet nach einem Gebet zum Heiligen Geist feierlich den Glaubenssatz:
"Zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit erklären wir die geoffenbarte Wahrheit, dass die allerseligste Jungfrau durch eine besondere Gnade Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers des Menschengeschlechtes, vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis von jedem Makel der Erbsünde bewahrt wurde“.
 
Alle Glocken in Rom läuteten, die Gläubigen stimmten das Te Deum an, alles war festlich beleuchtet, Freude und Jubel herrschten. Schade, dass die Begeisterung so bald verflogen ist: alles wird kritisiert, hinterfragt und den Glaubensaussagen der Kirche über die Gottesmutter wird wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
 
Was wollte und will dieses Fest der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter uns sagen?
Im Fest der Immaculata drückt sich unsere Sehnsucht nach einem heilen Menschen aus. In Maria ist uns eine Frau geschenkt, die als Mutter Gottes von der Erbsünde bewahrt wurde; eine Frau aus unserer Mitte, eine wie wir. Es ist nicht ihr Verdienst, dass sie so ist. Gott hat an ihr gehandelt.
 
Im Evangelium haben wir das Schönste erfahren, wie auch der Heilige Vater Benedikt XVI. sein erstes Rundschreiben beginnt: "Gott ist die Liebe!“
Der Evangelist Johannes setzt mit den Worten Jesu fort: "Das ist mein Gebot: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe . . . Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt“.
 
Das ist der Auftrag von Lourdes auch für uns Soldaten, denn "es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Jo 15).
 
Nehmen wir von diesem Gnadenort mit: Das Bild von der begnadeten Gottesmutter Maria schenkt uns das Vertrauen, dass wir alle – ohne Ausnahme – von Gott ganz und gar geliebt sind.
"In Christus sind wir eine neue Schöpfung“ sagt uns der Apostel Paulus im 2.Korintherbrief (5,17).
 
Wir feiern heute hier an der Grotte ein Fest aus Dankbarkeit über soviel Gnade, die allen Menschen guten Willens geschenkt ist. In diesem Fest der heiligen Eucharistie, vorbereitet durch das Sakrament der Versöhnung, werden wir  umfangen von Gottes Güte. Auch durch die Fürsprache Mariens werden wir beschenkt mit tiefsten inneren Frieden. Genau das ersehnen auch wir Soldaten als Diener des Friedens unter den Völkern.
 
Nicht ganz ist der Jubel von einst verstummt. Es gibt einen Ort, der Freude und Glaube, Dank und Jubel dem Geheimnis der Immaculata entgegenbringt: das ist Lourdes.
Rührend, wie die kleine Bernadette im Jahre 1858 zum Pfarrer eilt, welcher sie gebeten hat, den Namen der schönen Dame zu erfragen, und das Mädchen mit strahlendem Gesicht, ganz aufgeregt sagt: "Herr Pfarrer, Herr Pfarrer, die Dame sagt: Ich bin die Unbefleckte Empfängnis!“
 
Der Priester ist bestürzt. Woher soll die Kleine das wissen, was die Kirche 4 Jahre vorher verkündet hat? Und er ist überzeugt, dass Bernadette von Gott auserwählt ist, die Botschaft der Immaculata für Lourdes und die ganze Welt zu verkünden.
 
So feiert weltweit die Kirche das "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“.
Wir Soldaten sind von dieser Botschaft überzeugt und bemühen uns, diese in unsere Heimat Österreich zu tragen: in unsere Familien und an unsere Dienstorte.
 
Alljährlich pilgern nach Lourdes bis zu 30.000 Soldaten aus etwa 25 Ländern der Welt, davon ca. 600 Österreicher, um die Botschaft und Bitte der Madonna, um Gebet, Buße, Bekehrung, welche ja Voraussetzung für den Frieden ist, in unsere Herzen aufzunehmen und weiterzugeben. Möge der Geist dieses Wallfahrtsortes durch alle Besucher in die Welt hinausgetragen werden, damit der Glaube und die Freude, eine so wunderbare Mutter im Himmel zu haben, die uns auf Erden so nahe ist, den Menschen wieder Hoffnung schenkt für den beschwerlichen Weg von dieser Erde zum Himmel.
 
Es soll uns wieder der Ernst der Sünde begreifbar gemacht werden: Jede Sünde, als bewusstes und freiwilliges Nein gegenüber Gott, zerstört die Schönheit und Würde des Menschen. Sagen auch wir, wie Maria, ein persönliches Ja zum Plan des dreifaltigen Gottes mit uns Menschen – besonders im Hinblick auf Vergebung und Versöhnung. Und gehen wir mit Maria in die Zukunft, indem wir unser Herz reinigen von aller Sünde.
 
"Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er hat wunderbare Taten vollbracht“ (Ps 98,1). Dieses Psalmwort gilt für Maria, es gilt aber auch für jeden Getauften. Freuen wir heute, zusammen mit Maria, der Königin des Friedens, über die Wundertaten der Liebe Gottes.
 
Amen.
 

50. Militärwallfahrt nach Lourdes:
40 Rekruten bei Krankenmesse mit Kardinal Schönborn

Seit 35 Jahren unterstützt die Garde mit jeweils mehreren 100 Soldaten die ORF-Aktion „LICHT ins DUNKEL“. Getreu ihrem Motto „Ehre und Pflicht“ war daher die 3. GdKp in Zugsstärke unter dem Kommando von Wachtmeister Sagharichi auch am 9. Februar 2008 im Dom zu St. Stephan angetreten; sie unterstützten dabei – zwei Tage vor dem Welttag der Kranken – den Festgottesdienst mit Erzbischof Kardinal Schönborn für kranke und behinderte Mitmenschen. Zu  diesem „Fest der Kranken“ wurden aus Lourdes die dort original verwendeten Prozessionskerzen importiert; von den Garde-Soldaten gleich zu Beginn gratis verteilt, konnte jede(r) Mitfeiernde eine solche Kerze als Erinnerung mitnehmen.

Ebenfalls aus Lourdes wurde zur Tauferneuerung das heilende Wasser von der Grotte der Erscheinung im Wallfahrtsort verwendet.

Die jungen Garde-Soldaten bewältigten mit sichtlicher Freude und besonderer Zuwendung für die betagten und behinderten Gottesdienstteilnehmer den Ansturm zu diesem außergewöhnlichen Ereignis im Stephansdom.

Mit ihrer Teilnahme an diesem Festgottesdienst setzte die Garde zu Beginn des Jahres 2008 ein doppeltes Zeichen: „150 Jahre Marienerscheinung in Lourdes“, dazu noch „50 Jahre Österreichische Militärwallfahrt“ an den bedeutendsten Gnadenort in Europa!

Zunächst: Es war ja – fast auf den Tag genau! – der Morgen des 11. Februar 1858, als sich das junge Mädchen Bernadette SOUBIROUS mit zwei Begleiterinnen zum Holzsammeln am damaligen Mistplatz Masabielle aufhielt. Während die beiden anderen Mädchen bereits durch den Bach gewatet waren, zauderte Bernadette wegen der Kälte des Wassers. In diesem Moment erblickte sie „eine schöne Dame“. Noch einige Male – entgegen den Wünschen ihrer Eltern und auch des damaligen Pfarrers von Lourdes – fanden Begegnungen statt. Es erfolgte dabei auch der Auftrag der Dame: „Trinkt aus der Quelle und wascht euch dort!“

Bereits 1858 ereigneten sich die ersten von der Kirche als Wunder anerkannten Heilungen an der Quelle, fortgesetzt bis in die jüngste Zeit. Einer der letzten in Lourdes gegen alle Hoffnung Geheilten war der italienische Gebirgsjäger Vittorio Micheli (geb. am 6. Februar 1940). Sein Knochenkrebs wurde nach dem Baden in Quellwasser 1963 auf medizinisch nicht erklärbare Weise spontan und anhaltend geheilt. Nach langjährigen ärztlichen und kirchlichen Untersuchungen hat der Erzbischof von Trient, Monseigneur Alessandro Gottardi, am 26. Mai 1976 feierlich in dieser Heilung anerkannt „eine Intervention der Kraft Gottes … unter Mitwirkung und Fürsprache der Unbefleckten Jungfrau Maria“.

Und zum zweiten Zeichen: warum „50. Militärwallfahrt nach Lourdes“?
In den Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entstand in ganz Europa eine vertiefte Suche nach Verständigung und Frieden. In dieser Zeit entwickelte sich die Idee einer Militärwallfahrt: ziehen wir gemeinsam an den Ort, der seit 100 Jahren die Nähe Gottes und damit ein Bild des Friedens symbolisiert! Diese Soldatenwallfahrten nach Lourdes begleiten seit 1958 auch österreichische Soldaten; sie sammeln seither Erfahrungen sowohl in spiritueller Hinsicht wie in der Kameradschaftspflege.

Den Soldaten in der Welt von heute, die so vielfältig auf der Suche nach „dem richtigen Weg“ sind, bietet die Teilnahme an der Internationalen Soldatenwallfahrt 2008 die Möglichkeit, ein lebendiges Fest des Glaubens und der Freude zu erleben; die Stille an der Grotte, am Platz der Madonna und vielen anderen Orten in Lourdes wird im Jubiläumsjahr den Teilnehmern aus mittlerweile 35 Nationen Herzen, Augen und Hände für die Not der anderen öffnen.

Sie bereiten sich vor, Worte des Friedens und der Versöhnung zu hören und in ihre Heimatländer mitzunehmen.

Das täglich sichtbare Zeichen der Völkerbegegnung wird die abendliche Lichterprozession von der Grotte Masabielle zur Basilika mit den zehntausenden brennenden Kerzen sein; mit der Lichterprozession im Stephansdom eröffnete Kardinal Christoph Schönborn die Jubiläumsfeiern in Wien, die am Abend des 11. Februar beim Pontifikalamt mit dem päpstlichen Nuntius, Erzbischof Edmond Farhat, fortgesetzt werden.

Aber in Lourdes ist die internationale Verbrüderung mit dem Lichtermeer nicht beendet: die Gassen und Straßen der Altstadt lassen die Soldaten aller Nationen Abend für Abend zu einer großen Familie werden; die Spaziergänge mit ihren vielfachen Begegnungen im nächtlichen Lourdes gehören mit zu den bleibenden Eindrücken dieser SoldatenWallfahrten.

25.000 Soldaten aus 40 Nationen – unter ihnen knapp 1.100 aus Österreich – kamen im Jubiläumsjahr zur 50. Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes. Sie stand im Zeichen des Einsatzes für den Frieden.

Beim feierlichen Abschlussgottesdienst forderte Kardinal Schönborn die Soldaten auf,„Verteidiger des Lebens“ zu sein. Zuvor hatte der Kardinal gemeinsam mit Verteidigungsminister Norbert Darabos das Österreich-Zelt im „Dorf der Friedensstifter“ besucht, in dem eine Ausstellung über den selig gesprochenen Wehrdienstverweigerer Franz Jägerstätter zu sehen war. Darabos würdigte Jägerstätter und legte ein Bekenntnis zur Militärseelsorge ab.
 
Ganz im Zeichen des Gebets und des Einsatzes für Frieden stand die 50. Internationale Soldatenwallfahrt in Lourdes.
 
25.000 Pilger in Uniform
Kühle Temperaturen und zeitweise strömender Regen konnten die Stimmung der wettererprobten Soldaten nicht trüben: Zum größten militärischen Treffen Europas waren 25.000 Soldaten und weitere 5.000 Pilger gekommen. „Seid Verteidiger der Schwachen, der Kranken, der Alten, der Behinderten, des ungeborenen Lebens“, rief Kardinal Christoph Schönborn, der den großen Abschlussgottesdienst zelebrierte, den Soldaten aus 40 Nationen zu: „Wahrer Friede ist immer die Frucht von Gerechtigkeit.“
Die österreichische Präsenz zeigte sich beim Abschlussgottesdienst auch durch die musikalische Gestaltung: Die Gardemusik und die Militärmusik Burgenland waren angetreten, verstärkt durch „Ars Musica“ unter der Chorleitung des Wiener Dommusikus Thomas Dolezal, der eigens zu diesem Anlass eine neue Messe komponiert hatte.
Darabos bekennt sich zur Militärseelsorge

Minister Darabos zu Besuch im Zeltlager
Am Tag zuvor hatte der Kardinal gemeinsam mit Verteidigungsminister Norbert Darabos das Österreich-Zelt im „Dorf der Friedensstifter“ besucht. Darabos: Das österreichische Bundesheer habe sich in den vergangenen Jahren zu einer Friedensarmee entwickelt, die in von Krieg und Not bedrohten Teilen der Welt mit derzeit 1.500 Soldaten ihren Beitrag für mehr Frieden leiste. Die Wallfahrt nach Lourdes passe ausgezeichnet in diese „Friedensphilosophie“ des Heeres, so der Minister.
 
In der unterirdischen Basilika Pie X. leitete Schönborn die Feier der Taufe und Firmung von rund 100 Soldaten. 30 Militärangehörige aus aller Welt wurden vom Wiener Erzbischof getauft und dann gemeinsam mit 70 weiteren gefirmt. Unter den Firmkandidaten waren auch zwei Österreicher.
 
Im Mittelpunkt der Abschlussfeier stand ein Hilfsprojekt für den Kosovo: Die Übergabe einer in Lourdes gesegneten Marienikone soll dort der Auftakt für eine neue Gesprächsinitiative zwischen Muslimen und Katholiken im Kosovo werden.
 
Quelle: Aus "Der Sonntag", Nr. 22 vom 1. Juni 2008. 
 
 
 
„Die Zeit ist günstig für eine Rückkehr zu Gott“
Papst Benedikt XVI. kam im September 2008 als Pilger nach Lourdes und zog mit diesen Worten eine erste Bilanz seines Besuchs. Lassen auch wir uns darauf ein, jeder für sich selbst, vor allem aber in der Gemeinschaft der Kirche, diese Erfahrung zu machen. Die vielen „Heilsangebote“, die uns Tag für Tag vorgestellt werden, die uns phantasievoll ein möglichst paradiesisches Leben vorgaukeln, übertönen allzu oft die frohe Botschaft die uns Jesus Christus mitgegeben hat. Umso wichtiger wird daher das genaue Hinschauen und Hinhören, auch auf die kleinen Zeichen und die leisen Töne.
 
„Das ist Gottes Weise. Er verändert alles. Er geht vom ganz Kleinen aus, um ganz Großes zu bewirken.“ Das sagt uns Bernadette, das Mädchen von Lourdes, dem die Gottesmutter erschienen ist. Seither ist die Grotte von Lourdes für Millionen von Pilgern zu einem Ort der heiteren Freude geworden, an dem der Geist Gottes das Leben eines jeden Menschen tief berührt. Ich lade Sie herzlich dazu ein, als Teilnehmer an der 53. Soldatenwallfahrt nach Lourdes ihre ganz persönliche Glaubenserfahrung zu machen. Schließen Sie sich dieser einzigartigen, internationalen Friedensinitiative an, die jährlich 20.000 Soldaten aus 60 Nationen in diesen Wallfahrtsort führt und erleben Sie, wie im gemeinsamen Gebet aus vielenverschiedenen Nationen ein Volk Gottes wird.
 
Ihr + Christian WERNER
Militärbischof für Österreich
 
 
 

- WAS BLEIBT? –

Völkerverbindender, stärkender Glaube, internationale Kontakte, kameradschaftliche Gespräche, religiöser Austausch, gemeinsames und persönliches Gebet, Kurskorrektur oder sogar Mut und Schwung für einen Neubeginn in meinem Leben?
Was ist das bleibende Geschenk dieser Wallfahrt für mich?
Von der 1. Erscheinung vor Bernadette wird berichtet: „Maria  sah sie lange an …..“
Dein Blick, Maria, begleitet mich in meinem Alltag. Nichts ist dir zu klein, zu gering, als das du es nicht mit deinem behutsamen, mütterlichen Blick begleitest. Du drängst dich nicht auf, schweigend siehst du auf uns …. Und wenn wir wollen, und deinen liebenden Blick vertrauensvoll erwidern, dann lehrst du uns geduldig den nächsten Schritt…
Maria, wenn ich auf dich schaue, erzählt mir dein Blick noch von einer anderen Welt, von anderen Maßstäben, von einer anderen Liebe - und mein Herz ruft: „Lass mich neu sehen lernen.“

Es begegneten sich auch 2012 wieder über 10.000 Pilger aus 34 Nationen bei der 54. Internationalen Soldatenwallfahrt vom 10. bis 14. Mai 2012 in Lourdes. Unter ihnen 420 Soldaten und zivile Ressortangehörige aus ganz Österreich, die der Aufforderung des Militärbischofs Christian Werner zur Teilnahme gefolgt waren. Soldaten reisen dorthin, um einander zu begegnen und sich zu versöhnen.

Die Pilgergruppe wurde von Militärbischof Mag. Christian Werner, Militärgeneralvikar Prälat Dr. Franz Fahrner, Bischofsvikar Dr. Werner Freistetter sowie zahlreichen weiteren Militärseelsorgern begleitet. Auch der ranghöchste Offizier Österreichs, Generalstabschef Mag. Edmund Entacher, und Generalmajor Mag. Norbert Sinn, Kommandant der Theresianischen Militärakademie, Präsident der „Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten“ sowie auch derzeitiger Präsident des „Apostolat Militaire International“ (vom Heiligen Stuhl anerkannter internationaler Dachverband nationaler katholischer Soldatenorganisationen) – waren in Lourdes mit dabei. Der Bogen der Teilnehmer an der Soldatenwallfahrt spannt sich jedes Jahr von Soldaten aller Dienstgrade, über Bischöfe und Kardinäle bis hin zu Ministern und Staatsoberhäuptern. In diesem Jahr war Fürst Albert von Monaco der höchstrangige politische Vertreter.

Der 52. und somit letzte Lehrzug des Bundesrealgymnasiums für Berufstätige stellte den Fahnentrupp für diese Wallfahrt. Dieser ehrenvollen Aufgabe widmeten sich die Militärgymnasiasten Wm Philip Oetschmaier als Fahnenträger, Wm Alexander Schnabel und Zgf Matthias Rußegger als Fahnenoffiziere. Aufgrund des fehlenden Ersatztrupps waren die langen Stehzeiten und Märsche sehr fordernd, weil sämtliche Messen, Feiern und Zeremonien das Vorhandensein des Fahnentrupps verlangten, dafür aber war das Wetter sehr angenehm und erschwerte es den Soldaten nicht.
Unser österreichischer Fahnentrupp wurde sogar von den Schweizer Soldaten gelobt denn sie standen in Sachen Disziplin und Still-Stehen der Schweizer Garde um nichts nach. Sie hatten auch öfters die Ehre, persönlich mit General Entacher, Generalmajor Sinn und dem Militärbischof Werner zu sprechen.
Durch den tollen, energischen und disziplinierten Einsatz wurde der Fahnentrupp sogar von Militärbischof Werner, von Generalmajor Sinn und vom Kapellmeister der oberösterreichischen Militärmusik eingeladen. Mit Würde und mit Ehre wurden die Gläser erhoben und am Ende die wertvolle Fahne zurück übergeben. Trotz des kompakt geplanten und gut organisierten Ablaufplans war immer Zeit, sich mit anderen Fahnentrupps anderer Nationen zusammen zu setzen und zu plaudern.
 
Der ursprüngliche Gedanke der Soldatenwallfahrt war, Armeen der im Zweiten Weltkrieg verfeindeten Länder an der Lourdes-Grotte zu vereinen und gemeinsam für den Frieden im Marienwallfahrtsort am Rande der Pyrenäen zu beten. Österreich nimmt seit 1960 offiziell mit einer Delegation an dem Friedensfest teil.. Der Glaube und der Wunsch nach dauerhaftem Frieden verbindet die Pilger der verschiedenen Nationen. Gerade junge Soldatinnen und Soldaten suchen wieder verstärkt nach Freundschaften und Kontakten. Nicht nur junge sondern auch ältere Veteranen und Reservisten treffen sich, tauschen sich aus und betreuen in Lourdes ihre kranken Kameradinnen und Kameraden.

Soldaten aus aller Welt pilgern zur Gottesmutter von Lourdes - 10. – 14. Mai 2012

Einen Höhepunkt im Jahresablauf der Militärseelsorge stellt die Internationale Soldatenwallfahrt nach Lourdes dar.
1944 pilgerten erstmals französische Soldaten nach Lourdes. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen auch Soldaten aus anderen europäischen Ländern. 1953, acht Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, trafen sich bereits 15.000 ehemalige Frontkämpfer in Lourdes, um gemeinsam für den Frieden zu beten.
Auf Initiative französischer Militärgeistlicher wurde die nationale Soldatenwallfahrt schließlich zur internationalen ausgeweitet. 1958 jährte sich die Erscheinung Mariens in Lourdes zum 100. Mal. - Zu diesem Anlass pilgerten Soldaten aus  zehn Nationen zur  1. Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes - darunter auch österreichische Soldaten. - Der Ort am Fuße der Pyrenäen wurde so zu einer  internationalen Stätte der Begegnung und Versöhnung. Seit damals  lädt der  französische Militärbischof  jedes Jahr das Militär weltweit ein,  an der Pilgerfahrt teilzunehmen. Die internationale Begegnung wird zu einem lebendigen Fest des Glaubens, der Freude und internationaler  Verbrüderung.
Die Soldatenwallfahrt geht nicht vorbei an den Merkmalen einer leicht dem oberflächlichen Schein verfallenden Welt.  Sie  möchte im Gefolge Mariens  und Bernadettes, des jungen Mädchens aus den Pyrenäen, zum Ausdruck bringen, dass uns das Evangelium den Weg zum wahren Glück weist, - heute genauso wie vor zweitausend Jahren.
In der Gemeinschaft  tausender betender Soldaten beten wir für den inneren und äußeren Frieden und die Völkerverständigung. - Wie unser Herr Jesus Christus sagte: "Den Frieden, den die Welt nicht geben kann, gebe ich euch!"

Wallfahrt - wozu?
Wallfahrten zu heiligen Stätten wurden schon im alten Ägypten, bei Persern, Griechen und Römern unternommen. Im Judentum waren Wallfahrten zum Tempel nach Jerusalem anlässlich des Passah- oder des Laubhüttenfestes üblich. Im Christentum wurden Wallfahrten seit dem 4. Jahrhundert ins Heilige Land oder zu den Stätten von Märtyrer und Heiligen unternommen. Bis heute sind sie eine starke  Glaubensbezeugung im Leben der katholischen Kirche.
Während viele Kirchen der Christenheit heute ziemlich leer bleiben, ziehen Wallfahrtsorte Pilger aus der ganzen Welt und  allen Lebenslagen in stark steigender Zahl an. -  Junge und Alte, Gesunde und Kranke, Singles und Familien, Fromme und einfach neugierige Touristen. In Lourdes sind es täglich etwa 20.000 Menschen.
Sie suchen und erhoffen in ihrer Wallfahrt, was sie in ihrer Alltagswelt - sei sie modern oder traditionell - so nicht finden können. Die Wallfahrt eröffnet ihnen neue Räume der Begegnung - mit sich selbst, mit anderen Menschen, der Natur, der Kultur und vor allem mit Gott.

Auch heuer folgen wieder viele Soldaten und Zivilbedienstete des Österreichischen Bundesheeres dem Ruf der internationalen Soldatenwallfahrt von 15. bis 19. Mai im französischen Lourdes. Knapp 470 österreichischen Pilger besuchen unter der geistlichen Leitung von Militärbischof  Christian Werner den Marienwallfahrtsort in Südfrankreich.
 Ein Bericht von Regina Kaiser   

Die Militärmusik Tirol unter der Leitung von Kapellmeister Oberstleutnant Hannes Apfolterer begleitet die österreichischen Pilger und trägt zur musikalischen Vielfalt dieser Tage in Lourdes bei. Insgesamt nehmen rund 12 000 Soldaten und Resortangehörige aus über 40 Ländern an der 56. Internationalen Soldatenwallfahrt teil.
Die Österreicher begannen ihre Wallfahrt am Donnerstag mit dem Kreuzweg und einem anschließenden Bußgottesdienst in der Maria-Empfängnis-Basilika. Der erste Abend in Lourdes wurde von vielen Pilgern zum gegenseitigen Kennenlernen  genutzt. Am Freitagmorgen wurde das internationale Zeltlager mit einer Zeremonie eröffnet, danach feierten die Österreicher gemeinsam mit den deutschen und schweizer Kameraden eine Heilige Messe bei der Grotte.
 
Ein Bericht von Dr. Nadja Rossmanith   
 
Alles was einen Anfang hat …

In der ersten Hälfte des vorherigen Jahrhunderts fielen mehr als 37 Millionen Soldaten und Soldatinnen, die meisten davon in Europa. Heute, mehr als 100 Jahre nach dem Beginn der Urkatastrophe des Ersten Weltkrieges, beten und feiern Heeresangehörige aus 40 Nationen vom 14. bis 18. Mai zum 57. Mal gemeinsam in Lourdes, einem der weltweit meistbesuchten Marienwallfahrtsorte.
 
Die jährliche Soldatenwallfahrt ist eines der wichtigsten internationalen Ereignisse der katholischen Militärseelsorge. 494 Pilger und Pilgerinnen aus Österreich, darunter der designierte Militärbischof Dr. Werner Freistetter, verstärken das länderübergreifende  Event. Als Vertreter des Ressorts  nimmt Brigadier Mag. Martin Jawurek, Präsident der Arbeitsgemeinschaft katholischer Soldaten, teil, in seiner Funktion als Präsident der AMI, Generalmajor i. R. Mag. Norbert Sinn.
 
Der Weg ist (auch) das Ziel. Spirituell begleitet wurde die Anreise von den österreichischen Militärseelsorgern, u. a. sprach Militärerzdekan Dr. Harald Tripp in 10.000 Metern Höhe den Reisesegen vor erfahrenen »Lourdesveteranen« und der Gardemusik unter der Leitung von Oberst Mag. Bernhard Heher. 
 
Beim Abendlob, das von Militärgeneralvikar Mag. Leszek Ryzka geleitet wurde, trafen sich alle österreichischen Teilnehmer und Teilnehmerinnen in der Maria-Empfängnis-Basilika. Beim gemeinsamen Singen und Beten konnten die Pilger und Pilgerinnen den Alltag hinter sich lassen und sich auf die bevorstehenden Tage einstimmen. Anschließend gab es die Möglichkeit zum Empfang des Sakramentes der Versöhnung.
 
Den Abschluss jedes Tages bildet um ein Uhr nachts eine von Militärdekan MMag Dr. Alexander Wessely begleitete Meditation an der Grotte von Massabielle - ein Angebot, das von vielen Pilgern und Pilgerinnen gerne angenommen wird.
 
Ein Bericht von Dr. Nadja Rossmanith
   
 Sonnenstrahlen und Kerzenschein …
 
Am Beginn des heutigen Tages stand eine, gemeinsam mit Angehörigen der Schweizer Armee und der Päpstlichen Schweizer Garde gefeierte, Hl Messe an einem besonderen Ort, dem internationalen Zeltlager, das – wie es Militäroberkurat MMag. Stefan Gugerel ausdrückte – militärische und christliche Pilgertradition verbindet. Bei den ersten warmen Sonnenstrahlen dieser Wallfahrt bot sich im Anschluss an den Gottesdienst für alle Pilgerinnen und Pilger die Möglichkeit, das Leben im Lager kennen zu lernen und einmal mehr mit den dort untergebrachten Kameradinnen und Kameraden und ihren Seelsorgern, Militärkurat Mag. Sascha Kasper (Pater Raphael) und den Militärkaplänen Mag. Oliver Hartl und Mag. Anselm Kassin ins Gespräch zu kommen. Eine Kreuzwegandacht schloss den Vormittag ab.
 
Wohl den kulturellen Höhepunkt bildete am früheren Nachmittag das traditionelle Platzkonzert der Gardemusik, die es Verstand, nicht nur die österreichischen Pilger, sondern zahlreiche Gäste aus aller Herren Länder in ihren Bann zu ziehen. Ein langer Tag mündete schließlich in die traditionelle Lichterprozession, in der ein Meer aus Kerzen den nächtlichen Wallfahrtsort erhellte und singend und betend zur Rosenkranzbasilika ziehende Soldatinnen und Soldaten das völkerverbindende Wesen dieses Großereignisses eindrucksvoll spüren ließ.
Ein Bericht von Dr. Nadja Rossmanith   
 
... hat auch ein Ende
 
Der letzte Tag in Lourdes begann mit der internationalen Messe, bei der Gott in vielen Sprachen und Musikstilen brüderlich gelobt wurde. Doch alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende, sodass es danach langsam hieß, Abschied zu nehmen und sich den gemeinsamen Auftrag des Soldaten als Diener des Friedens nochmals vor Augen zu halten. Abschied von den Pilgern und Pilgerinnen aus anderen Nationen, von denen viele zu Freunden wurden.
 
Abschied auch von den Pilgern und Pilgerinnen im Hotel Arcade aus Kärnten mit ihrem Seelsorger Militärdekan Dr. Emanuel Longin, von jenen aus Niederösterreich mit ihrem geistlichen Begleiter Militärdekan Mag. Alfred Weinlich und nicht zuletzt von den Teilnehmern aus Tirol mit ihrem Militärpfarrer Militärdekan Mag. Seifert. Als letzten Programmpunkt an diesem Tag fand die Segnung der Pilgerandenken und die Übergabe der Fahne statt.
 
Montag nehmen wir Abschied von Lourdes, wenn sich die einzelnen Gruppen wieder auf den Heimweg machen werden: Müde vom intensiven Erleben des „Phänomens Lourdes“ während der letzten Tage, aber dafür sicher mit tiefen Eindrücken, neuen oder vertieften Freundschaften und der Erfahrung, dass Hoffnung und Freude stärker ist, als alles Leid.

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