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Nicht selten ändern sich religiöse Einstellungen von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. US-Forscher zeigen nun, dass dies unter Umständen die mentale Gesundheit beeinträchtigt.
Demnach haben Frauen, die nicht mehr religiös aktiv sind, ein bis zu drei Mal höheres Risiko, an einer Angststörung oder an Alkoholismus zu erkranken, als jene die durchgehend aktiv waren.
Die lebenslange Teilnahme an religiösen Handlungen kann einen Einfluss auf psychiatrische Krankheiten haben, so Joanna Maselko von der Temple University, Co-Autorin der Studie, die in der Jänner-Ausgabe von "Social Psychiatry and Psychiatric Epidemiology" erscheint.

Religiöse Veränderungen beeinflussen Gesundheit
Die Studie baut auf früheren Untersuchungen auf, die den Zusammenhang zwischen mentaler Gesundheit - also Angst, Depression oder Alkoholmissbrauch - und der Spiritualität im Verlauf eines Lebens beleuchteten.
Das Sample der aktuellen Studie enthielt 718 Erwachsene. Viele der teilnehmenden Männer und Frauen hatten ihr religiöses Verhalten geändert. Besonders diese Veränderungen im persönlichen religiösen Leben könne laut Maselko Aufschluss über den Einfluss auf die psychische Gesundheit geben.
Von den 278 Frauen waren 39 Prozent immer religiös aktiv gewesen, 51 Prozent waren es seit ihrer Kindheit nicht mehr. Ungefähr sieben Prozent der aktiven Frauen erfüllten die Kriterien einer generalisierten Angststörung, von den nicht mehr aktiven waren es dreimal so viel, nämlich 21 Prozent.

Bei Männern kein Zusammenhang
Ganz im Gegensatz zu den Männern: Hier ist laut Studie das Risiko, an einer schweren Depression zu erkranken, höher bei jenen, die immer religiös aktiv waren und es auch noch sind.

Maselko hat für diese Geschlechtsdifferenz eine mögliche Erklärung: "Frauen sind viel stärker eingebunden in das soziale Netzwerk ihrer Religionsgemeinschaft." Das heißt, wenn sie nicht mehr an den gemeinschaftlichen Aktivitäten teilnehmen, verlieren sie ihren Zugang zum Netzwerk und seinen potenziellen Effekten. Männer seien dagegen nur schwach eingebunden, daher gebe es auch keine negativen Konsequenzen.

[science.ORF.at, 2.1.08]
Quelle:
http://science.orf.at/science/news/150371

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